Die ambulante Förderung von Menschen, die von einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) betroffen sind, ist ein Jugendhilfeangebot für den Einzelfall auf der Grundlage des § 35a SGB VIII.
Die individuelle, bedarfsorientierte Hilfe wird flexibel der Entwicklung der Klienten angepasst. In der Regel können die Betroffenen, deren Familien und deren sonstigen sozialen Bezüge darin unterstützt werden, neue Kommunikations- und Verhaltensmuster zu erlernen. Dazu gehört zunächst das Einordnen des Störungsbildes, sowie das Verstehen, warum die Betroffenen ein nicht erwünschtes Verhalten zeigen.
Bei TE.TR.AS handelt es sich um ein kombiniertes Angebot, bestehend aus Elementen des TEACCH-Ansatzes (Treatment and Education for Autistic and other Communication disabled Children and Adults) und einem systemisch aktivierenden Elternberatungsmodell.
Der TEACCH-Ansatz versteht sich als ein Ansatz des strukturierten Lehrens und Lernens für Menschen mit schwerwiegenden Problemen im perzeptiven, Wahrnehmungs-, kommunikativen und interaktiven Bereich. Anstatt einzelne Fertigkeiten isoliert anzutrainieren, wird im TEACCH-Ansatz Wert darauf gelegt, möglichst viele „natürliche“ Situationen für die Förderung zu nutzen und Handlungen in einen sinnvollen Zusammenhang einzubetten. Auch sind sogenannte „problematische“ Verhaltensweisen oft nicht direkt Gegenstand einer Intervention. Vielmehr geht es darum, die tiefer liegende Ursache für das beobachtbare „Problemverhalten“ zu finden, die meist darin besteht, dass dem Betroffenen andere Strategien fehlen, um mit der schwierigen Situation umzugehen. Anstatt dann am Problemverhalten anzusetzen und zu versuchen, es zu unterbinden, ist in der Regel eine systematische Entwicklungsförderung (z.B. im Bereich der Kommunikation oder der selbständigen Beschäftigung) sinnvoll.
Die systemisch fokussierte, elternaktivierende Beratung ist zu verstehen als Aktivierung, Entwicklung, Stärkung und Förderung elterlicher erzieherischer Kompetenz als ein Lernen im und am Alltag. Die erzieherischen, versorgenden und sozial-emotionalen Zuständigkeiten verbleiben bei den Eltern bzw. den Erziehenden. Diese werden durch gezielte Intervention in ihrer erzieherischen Tätigkeit unterstützt und gemäß ihrer Fähigkeiten angeleitet. Die Betreuung zielt auf eine akute und längerfristige Problemlösung und setzt insbesondere auf die Stärkung vorhandener Ressourcen.
Durch die Kombination und teilweise Reibung der unterschiedlichen fachlichen Sichtweisen können neue Handlungsmöglichkeiten der Betroffenen, deren Eltern sowie deren Familienmitgliedern und begleitenden Systemen (Schule, KiTa etc.) entwickelt werden, um einen für alle Familienmitglieder erwünschten Umgang miteinander erlangen zu können.
TE.TR.AS richtet sich an ASS Betroffene ab 2 Jahren und deren Familien, wobei in der Arbeit im U6 Bereich andere Schwerpunkte gesetzt werden als bei den Über-6-Jährigen.

