Pädagogische Grundsätze

Sämtliche Angebote, die wir machen, und alle Dienst­leistungen, die wir erbringen, basieren auf einem Selbst­verständnis, das sich christ­lichen Werten verdankt. Die Eck­pfeiler dieser Angebote bilden modernste pädago­gische Standards. Beides zusam­men ist elemen­tar für unsere tägliche Arbeit.

Wir bekennen uns zu folgenden pädagogischen Grundsätzen und Werten:

  1. Positives Menschenbild
    Wir haben in unserer Arbeit täglich mit etwas wie „mensch­lichem Versagen“ zu tun, mit Mängeln und Defi­ziten. Uns begeg­nen Kinder, die zu Aggres­sionen und zu unkontrol­lierten Gewalt­ausbrüchen neigen und Eltern, die nicht annäh­ernd einfachs­ten Fürsorge­pflichten genügen. Dennoch trauen wir diesen Menschen Veränder­ungen, Lernen und Entwick­lung zum Besseren zu. Dies gilt vor allem für die Kinder. Doch auch Eltern wollen prinzi­piell gute Eltern sein. Davon sind wir über­zeugt. Praxis­orien­tierte pädago­gische Ansätze wie unser SIT-Konzept sollen sie dazu befähigen.
  2. Ressourcenorientierte Pädagogik
    Verhaltensdefizite haben Ursachen – und meist solche, die weder selbst­verschuldet noch schnell und einfach (nach dem Vorbild der Behand­lung einer Krankheit) zu beheben sind. Erfolg­versprech­ender als die Arbeit an punk­tuellen Schwächen ist die an Stärken. Sie zielt darauf ab, individu­elle Ressourcen, Talente, Neigungen und Fähig­keiten zu aktivieren, die eine insgesamt positive Entwick­lung einleiten und stabili­sieren können.
  3. Bedeutung von Betreuer-Persönlichkeiten
    Ein zentrales Erfolgs­kriterium unserer Arbeit sind vertrauens­volle Beziehungen und deren Kontinui­tät. Für uns ist das ein Anspruch an uns selbst – und insbesondere: eine Frage der Grund­haltung. Wir pflegen einen sensiblen, zuge­wandten und konstruk­tiven Umgang mit den uns anver­trauten Menschen. Das entspricht unserem fach­lichen Selbst­verständnis. Um dem Tag für Tag genügen zu können, braucht es darüber hinaus zutiefst mensch­liche Qualitäten – vor allem: Empathie und Engagement. Das erwarten wir von Mitarbeiter:innen
  4. Individualität pädagogischer Impulse
    Pädagogische Arbeit hat in der konkreten Lebens­welt der Menschen anzusetzen, denn es sind kumu­lierte Erfahrungen, Eindrücke, Erlebnisse – kurzum: sehr individuelle Biografien, die Kinder, Jugend­liche und ganze Familien, die unsere Hilfe benötigen, auszeichnen. Auch darf pädago­gische Arbeit sich nicht damit begnügen, im Rahmen offen­kundiger Probleme die immer gleichen Maß­nahmen und Instru­mente in Stellung zu bringen, sondern sie muss aktiv nach neuen Perspektiven und Möglich­keiten zur Realisierung von Entwick­lung und persön­lichem Wachstum suchen.
  5. Wert von Intervisionen
    Die regelmäßige Bewertung von Zuständen, Zielen, Methoden und Instru­menten ist ein zentrales Element unserer pädago­gischen Aktivitäten. Sie dient der Selbstver­gewisserung. Auf Reflexion des Betreuungs­prozesses und seiner Fort­schritte zu verzichten, bedeutete den Verzicht auf Korrektur- und Optimierungs­chancen innerhalb des Prozesses. Der aktive, regelmäßige Austausch unserer Fachkräfte vor Ort mit der Erziehungs­leitung zählt deshalb zu den Routinen unserer Einrichtung in Sachen Qualitäts­sicherung. Zur Unterstützung halten wir zudem einen eigenen inter­disziplinären therapeu­tischen Dienst (ITD) vor, dem Psycholog:innen, Kinder- und Jugend-Therapeut:innen und Heilpädagog:innen angehören. Auch auf externe Unter­stützung im Rahmen von Super­visionen greifen wir zu Beratungs- oder Optimierungs­zwecken regelmäßig zurück.
  6. Systematischer Schutz der Kinder vor Gewalt
    Zur Verhinderung und frühzeitigen Erkennung von „Kindeswohl­gefährdungen“ nach § 8a SGB VIII haben wir zuverlässige Regeln, Strukturen und Verfahren ausgebildet, die zudem kontinuierlich weiter­entwickelt werden. Der wirksame Schutz der Kinder vor (physischer, psychischer und sexueller) Gewalt hat in allen unseren Einrichtungen einen institu­tionellen Stellenwert, der von vertraglichen Selbst­verpflichtungen der Mitarbeiter:innen über Leitfäden zur Gefährdungs­einschätzung und Vorgehens­weise bei Verdachts­fällen bis hin zu internen und externen Informations­pflichten reicht. Sämtliche pädago­gischen Mitarbeiter:innen werden sukzessive als Kinder­schutz-Fach­kräfte ausgebildet. In jeder der Wohn­gruppen ist ohnehin mindes­tens eine dieser Fach­kräfte vorhanden.


Über alle Einrichtungen hinweg stehen darüber hinaus Ombuds­personen zur Verfü­gung, die als rund um die Uhr ansprech­bare Vertrauens­personen unserer Kinder fungieren und im Falle von Nöten, Ängsten oder Beschwerden systema­tisch deren (und keine anderen) Inter­essen vertreten. Auch Eltern können sich an sie wenden.